JavaScript is required

Des Imkers Vermächtnis – Eine Idee, die weiterblüht

Manchmal entsteht aus einer Idee etwas, das größer wird, als man selbst geahnt hat. 

Mein Wettbewerbsbeitrag „Des Imkers Vermächtnis – Ein heimisches Blütenfeld“  hat mich auch nach dem Bestmeisterwettbewerb, der im Rahmen der diesjährigen Messe „Friedhofstechnik 2025“ in Essen stattgefunden hat, nicht mehr losgelassen – und offenbar nicht nur mich.


Inzwischen durften mein Team und ich das Konzept bereits dreimal neu interpretieren – auf ganz unterschiedlichen Grabstellen, mit individuellen Akzenten, aber immer mit dem gleichen Grundgedanken:


Ein Ort des Gedenkens, der zugleich Lebensraum ist.


Zwei dieser Gräber befinden sich auf dem Friedhof in Vluyn.


Bei Grab 1 hatte die Kundin schon länger den Wunsch nach einer lebendigen, biodiversen und insektenfreundlichen Grabgestaltung. Diesem Wunsch konnten wir jetzt gerecht werden mit blühenden Stauden, wilden Flächen, einem kleinen Sandarium, Totholz und einer Trockenmauer. Eine Grabgestaltung, die sich im Jahreslauf verändert und dabei doch immer im Gleichgewicht bleibt – genau so, wie es die Natur selbst vormacht.

Grab 2 ist ein besonderer Fall: Es handelt sich um eine Dauergrabpflegeanlage, die nach 25 Jahren nicht aufgelöst, sondern erneut gekauft und im Sinne der Verstorbenen und Vertragspartner neu angelegt werden sollte. Da es keine Angehörigen mehr gibt, haben wir uns entschieden, die Fläche im Geist des „Imkers Vermächtnis“ neu zu gestalten, als vielfältiges Potpourri aus heimischen Pflanzen, das zukünftig hoffentlich vielen Insekten und kleinen Reptilien Nahrung, Schutz und Lebensraum bietet. 


Und auch auf dem Friedhof in Kamp-Lintfort fand das Konzept Anwendung. Diesmal etwas abgewandelt. Bei Grab 3 bestimmen zahlreiche Stauden und wilde Flächen das Bild, auf Sandarium, Mauer und Totholz wurde verzichtet. Doch auch dort wird es bald summen und krabbeln, denn Blüten, Struktur und Vielfalt laden Insekten ebenso herzlich ein wie bei den beiden anderen Anlagen. 


Allen drei Gräbern gemein, ist eine Fläche, die der Wechselbepflanzung im Frühjahr, Sommer und Herbst als Beet dient. So gibt es auch in Zeiten, in denen es noch nicht oder nicht mehr üppig blüht, immer einen farbigen und tröstenden Tupfer, als ein kleines Zeichen des Lebens, das bleibt. 


Was mich daran besonders freut? Jede dieser Anlagen trägt die gleiche Grundidee in sich: Respekt vor der Natur, Liebe zum Detail und Wertschätzung für alles Lebendige.


„Des Imkers Vermächtnis“ steht für uns sinnbildlich dafür, dass ein Grab nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch einer der Verbindung sein kann – zwischen Vergangenheit und Zukunft, Mensch und Natur.