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Eine besondere Grabstelle auf der IGA 2027

Auf der IGA 2027 in Gelsenkirchen wird es neben dem klassischen Wettbewerb „Grabgestaltung & Denkmal“ auch einen Sonderbeitrag geben, von dem ich euch erzählen möchte:


Auf dem Ausstellungsgelände wird eine jüdische Grabstelle entstehen. Federführend ist hier Steinmetz Christian Tröggen aus Moers, mit dem ich gut bekannt bin. Er hat sich für diesen besonderen Beitrag beworben und wird den Stein entwerfen sowie alles, was damit inhaltlich und gestalterisch verbunden ist, verantworten.


Als ich davon erfahren habe, war für mich schnell klar, dass ich die gärtnerische Gestaltung dieser Grabstelle gerne übernehmen möchte. Wie genau das später aussehen wird, muss sich in Ruhe entwickeln – mit dem nötigen Respekt vor dem Thema und im guten Austausch mit allen Beteiligten.


Im Mittelpunkt steht hier die jüdische Tradition und Friedhofskultur. Und damit auch eine andere Form des Erinnerns, als wir sie aus vielen christlich geprägten Grabgestaltungen kennen. Es geht nicht darum, eine Fläche möglichst auffällig zu bepflanzen. Es geht darum, dem Ort, dem Stein und der Bedeutung dahinter einen passenden gärtnerischen Rahmen zu geben.


Erste Entwürfe und Überlegungen von Christian Többen gibt es bereits. Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle bewusst noch gar nicht erzählen, denn dieser Beitrag ist noch in der Entwicklung und verdient es, in Ruhe vorgestellt zu werden.


Für mich bedeutet diese Aufgabe vor allem, dass die Bepflanzung begleiten soll. Sie soll nicht überdecken und sich nicht in den Vordergrund drängen. Sie soll Ruhe geben, eine würdevolle Umgebung schaffen und dem Thema Raum lassen.


Bei unserem ersten Blick auf das Gelände im Nordsternpark war noch vieles Baustelle. Erdhügel, vorbereitete Flächen, Wege, die erst noch entstehen müssen. Und trotzdem konnte man sich an manchen Stellen schon vorstellen, wie sich dieser Ort verändern wird.


Gerade bei dieser jüdischen Grabstelle wird es jetzt darauf ankommen, die richtigen Entscheidungen mit Bedacht zu treffen. Welche Pflanzen passen? Welche Wirkung ist angemessen? Wie viel Zurückhaltung braucht die Fläche? Und wie lässt sich gärtnerisch etwas schaffen, das dem Stein und seiner Bedeutung gerecht wird?


Das wird in den nächsten Monaten entstehen – im Austausch, mit Sorgfalt und mit dem nötigen Respekt vor dem Thema.


Ich freue mich, dass ich diesen besonderen Beitrag gärtnerisch begleiten darf.


Und wenn aus den ersten Gedanken nach und nach eine konkrete Grabstelle wird, nehme ich euch gerne wieder mit.

Baggerarbeite mit frisch aufgeschüttetem Erdwall und jungem Baum.