Erst Prüfungsluft schnuppern, dann selbst zur Rosenschere greifen
Am 8. Juli ging es für mich mal wieder zur Landesgartenschau nach Neuss. Im Schlepptau hatte ich diesmal unsere neue Auszubildende Melissa.
Zum einen wollten unsere beiden Mustergräber natürlich gepflegt, geschnitten und gezupft werden. Zum anderen fand an diesem Tag im Bereich „Grabgestaltung & Denkmal“ die praktische Abschlussprüfung der angehenden Friedhofsgärtnerinnen und Friedhofsgärtner statt. Und wenn man selbst gerade erst mit der Ausbildung begonnen hat, kann es ja nicht schaden, schon einmal ein wenig Prüfungsluft zu schnuppern, oder?
Melissa gehört seit dem 15. April zu unserem Team und absolviert bei uns ihre Ausbildung zur Friedhofsgärtnerin. Ursprünglich hatte sie eine Ausbildung zur Bestatterin begonnen, aber ziemlich schnell gemerkt, dass sie doch lieber draußen sein, körperlich arbeiten und selbst etwas mit den Händen gestalten möchte.
Also wurde kurzerhand die Richtung gewechselt – und darüber bin ich ehrlich gesagt ziemlich froh.
Denn Melissa bringt nicht nur viel Interesse mit, sondern auch ein wirklich gutes Gespür für Pflanzen und Gestaltung. Außerdem passt sie menschlich wunderbar in unser Team. Was will man als Ausbilder mehr?
Bis zu ihrer eigenen praktischen Abschlussprüfung sind es natürlich noch knapp drei Jahre. Wenn alles läuft wie geplant, könnte diese dann sogar im Rahmen der Landesgartenschau in Kleve stattfinden. Aber auch wenn das noch ein gutes Stück entfernt ist, war es spannend zu sehen, wie die Prüflinge ihre Aufgaben angehen, welche Ideen entstehen und wie aus Pflanzen, Materialien und handwerklicher Arbeit nach und nach eine vollständige Grabgestaltung wird.
Genau das macht den Beruf schließlich aus: Man arbeitet draußen, braucht Pflanzenkenntnisse, handwerkliches Geschick und ein Auge für Formen, Farben und Proportionen. Und am Ende entsteht etwas, das nicht nur gepflegt aussieht, sondern auch eine persönliche Bedeutung hat.
Nachdem wir eine ganze Weile zugeschaut und viele Eindrücke gesammelt hatten, mussten wir natürlich auch selbst noch ran. Unsere beiden Mustergräber warteten schließlich nicht umsonst auf uns.
Also hieß es schneiden, zupfen, nacharbeiten und alles wieder ordentlich in Form bringen. Und weil Melissa sich bisher wirklich gut macht und offenbar weiß, an welchem Ende man eine Rosenschere anfasst, durfte sie natürlich auch selbst Hand anlegen.
So wurde aus dem Besuch der Abschlussprüfung gleichzeitig ein schöner gemeinsamer Arbeitstag auf der Landesgartenschau – mit vielen Eindrücken, guten Gesprächen und ein bisschen Vorfreude auf das, was in den kommenden drei Ausbildungsjahren noch alles vor uns liegt.
Liebe Melissa, schön, dass du bei uns bist. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit und bin sehr gespannt, wie du dich weiterentwickelst.
