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Unser Urnengrab auf der Landesgartenschau Neuss 2026

Nach der Vorstellung unseres 3-stelligen Mustergrabs möchten wir heute auch unser zweites Mustergrab auf der Landesgartenschau Neuss 2026 ausführlicher zeigen: unser Urnengrab.

 

Die Grundlage für diese Gestaltung bildet der Grabstein der Manfred Messing GbR aus Kempen, angefertigt von Richard Stiewe. Das Thema des Steins lautet „Der Lauf des Lebens“. Gefertigt wurde die Stele aus Diabas. Die Oberfläche ist gestockt, die Kanten sind angeschliffen, die Schrift wurde vertieft eingemeißelt.

 

Der Verlauf der Stele spiegelt metaphorisch den Lauf des Lebens wider: mit seinen Höhen und Tiefen, mit Ecken und Kanten. Seitlich betrachtet erinnern die rhythmischen Strukturen an einen Herzschlag. Damit gibt der Stein ein starkes Thema vor, das sich in der Grabgestaltung wunderbar aufnehmen lässt.

 

Der Steinmetzbetrieb Manfred Messing ist der Friedhofsgärtnerei Torsten Stückert nicht unbekannt. Bereits 2020 auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort lagen unsere Mustergräber direkt neben einem mit einem Grabstein von David Messing. Damals entstand daraus eine große Reportage der NiederRhein Edition über zwei Gestalter vom Niederrhein, die zwar mit unterschiedlichen Materialien arbeiten, aber beide viel Liebe zum Detail, handwerkliche Tiefe und einen sehr eigenen Blick auf Gestaltung mitbringen.

 

Ausgehend vom Thema des Steins haben wir eine Pflanzung geplant, die seine Ecken, Kanten und Bewegungenaufgreift und in eine lebendige Grabgestaltung übersetzt. Die Umsetzung unseres Urnengrabs auf der Landesgartenschau lag dabei, wie so oft, in Rebekkas Händen.

 

Eine besondere Rolle spielt Corylus avellana ‘Contorta’, die Korkenzieherhaselnuss. Mit ihren gedrehten, eigenwilligen Zweigen nimmt sie die bewegte Formensprache der Stele auf ganz natürliche Weise auf. Sie wirkt lebendig, ungerade und bewusst nicht glatt – und passt damit sehr schön zu einem Stein, der vom Lauf des Lebens erzählt.

 

Auch die Bodendecker wurden so angeordnet, dass sie das Thema weiterführen. Verwendet wurden Ilex crenata ‘Stokes’, ein niedriger Bergilex, sowie Euonymus fortunei ‘Minimus’, die kleinblättrige Kriechspindel. Gemeinsam mit der Wechselbepflanzung aus Viola cornuta, also Hornveilchen, greifen sie die Linien und Bewegungen des Steins auf und führen sie in der Pflanzung fort.

So entsteht ein Urnengrab, in dem Stein und Bepflanzung bewusst miteinander verbunden sind. Die Stele erzählt vom Lauf des Lebens, von Höhen und Tiefen, von Herzschlag, Ecken und Kanten. Die Pflanzen nehmen diesen Gedanken auf und übersetzen ihn in eine lebendige, grüne Gestaltung.

 

Besonders schön an diesem Grab ist der Gedanke, dass Ecken und Kanten nicht versteckt werden müssen. Im Gegenteil: Sie machen ein Leben unverwechselbar. Einer der Sprüche, die gut zu dieser Gestaltung passen, lautet:

 

„Liebe deine Ecken und Kanten, sie machen dich zu dem einzigartigen Kunstwerk, das du bist.“

 

Genau diese Haltung prägt die Gestaltung: kein glatter, beliebiger Entwurf, sondern ein Grab mit Charakter. Ruhig, klar, bewegt und mit einer Idee, die sich durch Stein und Pflanze zieht.

 

Die Landesgartenschau Neuss 2026 läuft noch bis zum 11. Oktober 2026. Wer unser Urnengrab und unser 3-stelliges Mustergrab live und in Farbe sehen möchte, hat also noch reichlich Gelegenheit dazu. Und wer uns persönlich treffen möchte: Am 9. + 10. Mai sowie am 6. + 7. Juni haben wir Standdienst. Kommt gern vorbei!

 

Wir werden die Entwicklung unserer Mustergräber natürlich weiter begleiten und spätestens zur nächsten Bepflanzung wieder neue Bilder zeigen.