Zwischen Pflanzen, Gesprächen und Sommerblumen – Rückblick auf ein weiteres Wochenende auf der Landesgartenschau Neuss

Ein weiteres Wochenende auf der Landesgartenschau in Neuss liegt hinter uns– und auch diesmal war im Ausstellungsteil „Grabgestaltung & Denkmal“ wieder einiges los.
Am 6. und 7. Juni durfte ich als Experte vor Ort erneut den Standdienst übernehmen und stand Besucherinnen und Besuchern als Ansprechpartner rund um Grabgestaltung, Bepflanzung und Friedhofsgärtnerei zur Verfügung.
Ähnlich wie schon am Muttertagswochenende war das Interesse groß. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, über die Landesgartenschau zu schlendern, sich inspirieren zu lassen und auch einen Blick auf die Mustergräber zu werfen.
Besonders gefreut haben mich die vielen netten Gespräche. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert von den blühenden Pflanzen und den unterschiedlichen Gestaltungen in unserem Ausstellungsteil. Gleichzeitig merkte man aber auch: Die Zeit der Frühlingsbepflanzung neigt sich langsam dem Ende entgegen – der Sommer steht in den Startlöchern.
Deshalb blieb es an diesem Wochenende nicht nur beim Standdienst. Zwischen Gesprächen und Besucherfragen habe ich die Zeit genutzt, mich auch direkt um meine Mustergräber zu kümmern. Es wurde gezupft, zurückgeschnitten, in Form gebracht und die ersten Wechselbeete wurden bereits auf Sommer umgestellt.
Gerade das war für viele Besucher spannend zu beobachten. Denn man sieht dann nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch die Arbeit dahinter: warum Pflanzen zurückgeschnitten werden, wie sich eine Grabstätte über die Jahreszeiten verändert und weshalb manche Pflanzungen irgendwann einfach Platz für Neues machen müssen. Und genau dabei kommt man oft ganz unkompliziert ins Gespräch.

Ein Thema, das dabei immer wieder aufkam, waren die Kosten von Grabstätten und die Frage, ob klassische Grabformen heute überhaupt noch gefragt sind – schließlich sind Urnengräber oder anonyme Bestattungen vielerorts stark im Gespräch. Aus meiner Sicht lohnt es sich, da genauer hinzuschauen. Natürlich verändern sich Wünsche und Lebensrealitäten. Aber oft spielen auch Kosten, verfügbare Flächen, Vorgaben oder kommunale Entscheidungen eine Rolle. Mir ist wichtig, dass Menschen weiterhin wirklich wählen können – und dass ein persönlicher Erinnerungsort nicht allein zur Kostenfrage wird.
Ein Grab ist für viele Hinterbliebene eben mehr als eine Stelle auf dem Friedhof. Es kann ein persönlicher, grüner und blühender Ort der Erinnerung sein. Ein Ort, an den man gehen kann. An dem man etwas pflegt, gestaltet oder einfach kurz stehen bleibt.
Und auch Friedhöfe selbst sind längst mehr als reine Begräbnisorte. Sie sind vielerorts grüne Lungen, Orte der Ruhe und Naherholung – nicht ohne Grund wurden viele Friedhöfe früher bewusst parkähnlich angelegt.
Natürlich durfte auch der persönliche Teil am Wochenende nicht fehlen. Am Samstag bekam ich Besuch von Sonja Raimann von Die Kuh vom Eis, die sich die Landesgartenschau und unseren Ausstellungsteil einmal aus nächster Nähe angeschaut hat.
Am Sonntag schauten dann meine Großkusine Susanne und ihre Freundin Astrid vorbei. Gemeinsam haben wir zwischendurch noch einen kleinen kulinarischen Abstecher ins koreanische Restaurant Seoultable am Markt gemacht – eine schöne Gelegenheit für gutes Essen und nette Gespräche, bevor es anschließend wieder zurück auf das Gelände ging.
Inzwischen ist auf den Mustergräbern bereits der Sommer eingezogen. Während das größere Mustergrab mit Eisbegonien (Begonia) in den Neusser Stadtfarben Rot und Weiß frische Akzente setzt, wurde das Urnengrab passend zur Jahreszeit mit Kalanchoe blossfeldiana in Weiß und Pink neu bepflanzt.
Wer die Entwicklung live erleben möchte: Ein Besuch auf der Landesgartenschau lohnt sich weiterhin – denn die Grabstätten verändern sich mit jeder Jahreszeit.










